Die vorgeschlagene Konzeption schafft in Analogie zur mittelalterlichen Bebauung (Vogelschau des Arnold Mercator 1570/71) eine eindeutige räumliche Fassung des südlichen Domvorbereichs (Roncalliplatz), des Kurt- Hackenberg-Platzes und eines neuen Platzes am Heinzelmännchenbrunnen. Es entstehen damit qualitätvolle, identifizierbare Stadträume, welche die derzeit räumlich diffuse Bestandssituation klären.
Die Übernahme der Höhen der umliegenden Bebauung wie die Gebäudehöhen des Domhotels, als Maximum und Hochpunkt, die Höhe des Römisch- Germanischen Museums als Horizont und die Abstufung der Höhenentwicklung zum Kurt-Hackenberg-Platz tragen dazu bei, dass sich der neue Baukörper maßstäblich in den Stadtraum von Köln einfügt.
Die große Öffnung in der Achse der Via Culturalis stellt den Sichtbezug zum Dom her und unterstützt damit die Idee einer kulturellen und historischen Bedeutungslinie.
Der neue Baukörper fasst die Domplatte und vermeidet die Ausbildung einer harten und ausgrenzenden Kante im Stadtraum. Gassenbreite Übergänge und Treppenanlagen verbinden die Domplatte mit dem Kurt-Hackenberg-Platz und der Via Culturalis.
Der geometrisch angelegte und durch Rücksprünge im Straßenraum Am Hof rhythmisierte Baukörper nimmt Bezug auf das Wesen der römischen Grundstadtordnung und erzeugt gleichzeitig eine für Köln typische Taktung. Die Materialisierung der Fassaden als massive Lochfassaden aus Obernkirchener Sandstein tragen zur Einfügung des Baukörpers bei.
In der Gliederung des Bauköpers finden die verschiedenen Nutzer und Nutzungen Ausdruck.
Im Kopfbau befindet sich das Kurienhaus mit Flächen für die Dombauhütte und die Domrendantur.
Am Roncalliplatz vis-a-vis zum Römisch- Germanischen Museum öffnet das Kölnische Stadtmuseum seine Pforten.
Die Erschließungen der dienenden Nutzungen wie Bibliotheken, Bereiche für die Restauration und Archäologie sowie Verwaltungsflächen erfolgen über die Straße Am Hof und den Kurt-Hackenberg-Platz.
Wichtige öffentliche Bereiche sind erdgeschossig direkt dem Roncalliplatz, dem Platz am Heinzelmännchenbrunnen bzw. der Via Culturalis zugeordnet.
Der Veranstaltungsraum im Hochpunkt vis-a-vis des Doms erlaubt den konkurrenzlos attraktiven Blick auf die ganze Stadt, die Hohe Domkirche und den Rhein.
Die bedeutenden römischen Funde der Hafenstraße und des Hafentors werden sowohl erlebbarer Bestandteil der Ausstellungsräume des Römisch- Germanischen Museums als auch Teil des Kölnischen Stadtmuseums. Hier ist auch ein Übergang und die didaktische Verbindung der beiden Museen gegeben.
Das Kölnische Stadtmuseum ist als klassisches an einem linearen Erschließungsraum organisiertes Ausstellungsgebäude konzipiert. Es erlaubt sowohl einen klassischen Rundgang als auch das gezielte Ansteuern einzelner Ausstellungsbereiche. Unterschiedliche Raumhöhen und vielfältige Belichtungsmöglichkeiten wie Kunstlicht, Tagesnordlicht, Seitenlicht bzw. gezielte Ausblicke in die Stadt ermöglichen optimale Präsentationsmöglichkeiten für die unterschiedlichsten Exponate.
Mit der vorgeschlagenen Baukörperkonzeption gelingt es nicht nur das vorgegebene Raumprogramm maßstäblich in den Kontext von Domplatte, Kurt-Hackenberg-Platz und Straße Am Hof einzufügen sondern auch neu identifizierbare Orte und Räume innen wie außen zu schaffen.



Wettbewerb: 2014

Architekten:
meck architekten gmbh
Andreas Meck, Axel Frühauf
Mitarbeiter:
Franziska Bordan, Carlos Wilkening, Stefan Zöls

 

  Bilder

Informationen

Städtebauliche Planungswerkstatt, Köln