Die neue Kirche ordnet wie ein Schlußstein die städtebaulich äußerst sensible Situation an der Schnittstelle zwischen Grünzug und Stadt. Der Entwurf greift die Wegebeziehungen aus Landschaft und Stadt kommend auf und führt sie auf dem Kirchplatz zusammen.

Als Solitär konzipiert, wird die neue Kirche mit ihrer Dachlandschaft zur weithin sichtbaren Stadtkrone von Poing. Glockenträger und Pfarrheim nehmen sich im architektonischen Auftritt zurück, sie definieren den Stadtraum zur Gruberstraße und bilden den Rahmen für die Kirche. Insbesondere der Glockenträger ordnet sich in seiner Höhenentwicklung gegenüber der Kirche unter. Bezüge zum Schlauchturm der Feuerwehr werden vermieden. Prägendes und identifizierbares Zeichen wird die bewegte, mit weißen Kacheln bekleidete Dachlandschaft. Mit dem Licht spielend wird sie zur kristallinen Stadtkrone. Der Kirchenraum präsentiert sich offen zu Pfarrheim und Kirchplatz. Das Patrozinium Seliger Pater Rupert Mayer, im Inneren der Andacht zugewandt, ist auch von außen wahrnehmbar. Betritt der Besucher den leicht zum Altar abfallenden Kirchenraum, so öffnet sich nach dem niedrigen Eingangsbereich ein barocker, zum Himmel strebender Raum aus Licht. Das Dachfaltwerk erzeugt ein Raumkreuz.

In Analogie zur Dreifaltigkeit prägen drei große Lichtöffnungen den Raum und unterstützen durch die Lichtführung die liturgischen Orte und Handlungen: das Licht der vertikalen Zenitöffnung über dem höchsten Punkt der Kirche trifft auf Altar und Tabernakel und unterstreicht deren Bedeutung. Ein Seitenlicht betont den Ort der Taufe. Das Morgenlicht der dritten öffnung füllt zusammen mit der Musik den Raum und fällt auf den Altar. Die Anordnung des Gestühls und der Bänke ist als Circumstante ausgebildet.

Durch die differenzierte Raumschale entstehen unterschiedliche Orte der Intimität für eine wechselnde Zahl von Besuchern. Die Differenzierung zwischen der weißen Raumkrone und dem steinernen Boden und Wandsockel thematisiert die Idee von Himmel und Erde.

Planungsbeginn: 2011
Baubeginn: Juli 2015
Fertigstellung: Juni 2018

Architekten:
meck architekten gmbh
Andreas Meck, Axel Frühauf

Projektleitung:
Wolfgang Amann
Tobias Jahn

Mitarbeiter:
Martina Frieling
Stefan Zöls
Benjamin Nejedly
Carlos Wilkening

Bauleitung:
Rudolf+Sohn Architekten

Fotografie:
Michael Heinrich
Florian Holzherr

Kunst:
Ulrich Rückriem mit Alfred Karner (Liturgische Orte)
Jerry Zeniuk (Patrozinium
Carola Heine (Madonna)
Juliane Schölß (Liturgisches Gerät)



 

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Informationen

Kirchenzentrum Seliger Pater Rupert Mayer, Poing