Gegenüber dem Eingang des alten Friedhofes sind die neuen Friedhofsgebäude als strenges, fast klösterliches Geviert in dem sonst fließenden Landschaftspark Riem angeordnet.
Die einfachen, klaren Gebäude bilden zusammen mit den rauhen Umfassungsmauern einen Ort der Stille. Drei Höfe gliedern die Anlage. Der mittige, ruhige Eingangshof ist Ausgangspunkt für die Wege des Besuchers in den Friedhof, in die Aussegnungshalle, zu den Aufbahrungszellen und zum Eingang des alten Friedhofsbereiches.

Die Gebäude sind als schwere, aus der Erde wachsende Körper konzipiert: Eiche, Cortenstahl und Stein (Beton und Naturstein) bestimmen das Bild. Alle Materialien sind massiv und unbehandelt belassen. Ihr natürliches Altern steht für den Kreislauf des Lebens.
Unter ein bergendes Steindach ist die Aussegnungshalle gestellt: ein glatter Eichenholzkubus, ganz im Gegensatz zu den rauhen, aus Bruchsteinen gemauerten Hofumfassungswänden und den Böden aus Stein.

Die Stimmung in der Aussegnungshalle ist geprägt durch den warmen Holzton der Umfassungswände und einen introvertierten, sakralen Charakter, der durch die Vermeidung eines direkten Ausblicks entsteht. Eine goldene Wasserfläche, als meditativer Blickpunkt, verleiht dem Raum ein besonderes Licht und Atmosphäre.

Von der Aussegnungshalle geht der Weg des Sarges über den gedeckten Vorhof am Wasser und an der Totenglocke vorbei über knirschenden Kies zum Friedhof, das 'Großkreuz' und die Bestattungsflächen, die wie Toteninseln in der Landschaft liegen, vor Augen.



Wettbewerb: 1. Preis, 1997
Fertigstellung: Oktober 2000

Architekten:
Prof. Andreas Meck (meck architekten)
und Stephan Köppel (Architekt), München
Projektleitung:
Werner Schad
Mitarbeit:
Peter Fretschner, Susanne Frank, Evi Krebs, Alfred Floßmann

Kunst: Hermann Bigelmayr
Fotos: Michael Heinrich, München



 

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Aussegnungshalle, München Riem