Fassadengestaltung

Das neue Nordoberpfalz Center ist in einem städtebaulich heterogenen Umfeld verortet. An der Schnittstelle zwischen kleinteiliger Altstadtbebauung und den umgreifenden großkörnigen Strukturen aus der Nachkriegszeit tritt es als Vermittler im städtischen Kontext auf.

Dem historischen Bezug der Stadt Weiden als Standort der Keramikherstellung entlehnt, bestimmt die den massiven Außenwänden vorgehängte, offene und in ihrer Struktur semi-transparente Bekleidung aus seriellen, weiß glasierten Keramikelementen das Erscheinungsbild der Fassaden.

Das wohlüberlegte Auftragen des keramischen Kleides an ausgesuchten Flächen folgt einer definierten Dramaturgie und trägt dem Wunsch nach einer Inszenierung der Zugänge und Hauptfassaden Rechnung.

Auf dem weißen Porzellan der Fassaden stellt sich ein abwechslungsreiches Spiel aus Licht, Schatten und Spiegelungen ein. Mit dem keramischen Kleid wird das Nordoberpfalz Center zum identifizierbaren Gebäude und zur besonderen Adresse in Weiden: eine neue Kathedrale des Handels im Spannungsfeld von Tradition und Moderne.

Je nach Blickpunkt und Perspektive lässt die keramische Bekleidung spannungsreiche und vielschichtige Blickbezüge mit interessanten Ein- und Ausblicken entstehen. In der perspektivischen Wahrnehmung der Baukörper aus den Straßen, bzw. engen Gassen heraus stellt sich hierbei ein Wechselspiel aus einem einerseits offenen und andererseits beruhigend geschlossenem Erscheinungsbild ein.

Die großvolumigen Gebäude erhalten zudem wohltuende Gliederungen, welche dem städtischen Kontext entlehnt sind und eine angemessene Maßstäblichkeit sicherstellen. So entstehen durch die Reihung der stabförmigen Keramikelemente und die nach oben hin stufenweise abnehmende Dichte des Keramikkleides Elemente der vertikalen und horizontalen Gliederung. Die nach oben hin zunehmende Tiefenstaffelung spielt mit dem Bild historischer Fassaden und überzeichnet die Vorstellung einer übergeordneten horizontalen Gliederung.

Die keramische Hülle wirkt sowohl als Lichtfilter als auch als außenliegende Verschattung. Nachts wechselt die Lichtsituation, das Gebäude leuchtet von innen heraus und gibt Einsicht auf Struktur und Inhalt.

Die aus großformatigen Kunststeinelementen gefertigten Außenwände greifen den Charakter der Massivbauten auf, die mit Ihren Lochfassaden das Bild der Weidener Altstadt prägen. Sie verleihen dem Nordoberpfalz Center zudem einen dezent noblen, aber auch zurückhaltenden Auftritt im öffentlichen Raum.

Ganz entspannt und gelassen überspielt die Fassadengestaltung dabei die unterschiedlichsten nutzungsbedingten Anforderungen an die Gebäudehülle und stellt ein übergeordnet gemeinsames, durchgängiges, qualitätvolles Erscheinungsbild sicher.

 

Wettbewerb: 1. Preis 2015
Planungsbeginn: Mai 2015

Architekten Fassade:
meck architekten gmbh
Andreas Meck, Axel Frühauf
Projektleitung:
Juliane Keck, Tobias Jahn, Wolfgang Amann
Mitarbeiter:
Nina Brechtel
Wettbewerb:
Wolfgang Amann, Stefan Zöls

Architekten Gebäude
Chapman Taylor Architekten, Düsseldorf

Visualisierung:
VIZE

 

  Bilder

Informationen

Nordoberpfalz Center, Weiden